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Nicht verschreibungspflichtige Medikamente
bei Psoriasis kaum noch auf Rezept

Frei verkäufliche Arzneimittel hat die Gesundheitsreform ab 1. April 2004 „grundsätzlich in die Eigenverantwortung der Versicherten übertragen." Von vornherein ausgenommen wurden Kinder bis zum 12. Lebensjahr und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen. Außerdem musste der Gemeinsame Bundesausschuss bestimmen, welche der nur apothekenpflichtigen Präparate bei „schwerwiegenden Erkrankungen" zum „Therapiestandard" gehören und daher auch künftig vom Vertragsarzt verordnet werden können.

Als schwerwiegend gelten lebensbedrohliche oder die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigende Erkrankungen wie Schuppenflechte ( siehe den Beitrag „Mit Schuppenflechte schwerwiegend chronisch krank"). Zu ihrer Behandlung haben Zubereitungen mit Salicylsäure einen therapeutischen Nutzen, der „dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht." Unter dieser Voraussetzung sind nach den Arzneimittel-Richtlinien nicht verschreibungspflichtige Präparate trotzdem auf Kassenrezept mit einer Zuzahlung von mindestens fünf und höchstens zehn Euro erstattungsfähig. Zum derart verstandenen Therapiestandard zählten für die dermatologischen Sachverständigen freilich auch Harnstoff-haltige Zubereitungen. Solche waren schon ab einer Konzentration von fünf Prozent in der Ausnahmeliste vorgesehen, teilte das Gesundheitsministerium im Dezember 2003 mit. Aus der vom Gemeinsamen Bundesausschuss am 16. März 2004 verabschiedeten Fassung wurden sie aber ebenso gestrichen wie „Basistherapeutika als Bestandteil einer Intervalltherapie", bei der die Mittel ohne Wirkstoff abwechselnd mit dem eigentlichen Medikament (z. B. Kortison) angewandt werden. Nach vertraulichen Informationen der zuständigen Kommission hatte PSO aktuell 1/2004, S. 5 sogar mit der Möglichkeit gerechnet, dass zusätzlich Ölbäder und eventuell künstlich hergestellte Gerbstoffe gleichfalls verordnungsfähig bleiben. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt.

Dass Schuppenflechte nun in der Ausnahmeliste kaum noch berücksichtigt ist, widerspricht dem allgemein anerkannten Wissensstand, dem zufolge die regelmäßige Pflege mit Fett und Feuchtigkeit spendenden Mitteln jede Therapie unterstützen sowie raschen Rückfällen vorbeugen kann. Wenn Hautärzte dies nicht mehr verordnen dürfen, müssen besonders jene Patienten, deren Lebensumstände aufgrund geringen Einkommens die Krankheit ungünstig beeinflussen, auf eine wesentliche Hilfe verzichten. Dadurch werden langfristig mehr rezeptpflichtige Medikamente benötigt, so dass sich das Eingesparte für die Kassen nicht auszahlt.

 

 

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