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Mit Schuppenflechte schwerwiegend chronisch krank

Psoriasis ist bisher nicht endgültig heilbar. Sie begleitet also die Betroffenen langwierig. Dennoch gehören sie nicht automatisch zu den „schwerwiegend chronisch" Kranken, die bei Zuzahlungen entlastet werden, nämlich nur bis zu einem Prozent des Bruttoeinkommens je Kalenderjahr aufwenden müssen. Das erkennt eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen beschlossene Regelung erst an, wenn

  •  jemand wegen derselben Krankheit seit einem Jahr oder länger jedes Quartal mindestens einmal beim Arzt ist und dieser 

  •  bescheinigt, dass ohne ständige medizinische Versorgung die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt würde. 

  •  Das ärztliche Attest erübrigt sich bei Patienten, denen ein Grad der Behinderung von mindestens 60 zugebilligt wird.

Das für Schuppenflechte maßgebliche Kriterium einer „dauerhaften Beeinträchtigung der Lebensqualität" ist ebenso wie der Begriff „schwerwiegend" nirgends verbindlich festgelegt. Ob eine kontinuierliche Behandlung notwendig ist, hängt daher von der Einschätzung des Arztes ab. Er muss begründen, dass die krankheitsbedingte Schädigung von Haut und / oder Gelenken sonst „eine anhaltende Einschränkung der für die Betroffenen typischen Fähigkeit zur Teilhabe am täglichen Leben in Familie, Beruf und Gesellschaft nach sich zieht." So umschreibt PSO aktuell 1/2004, S. 26 die strittige Frage im Sinne des Neunten Sozialgesetzbuches (SGB IX) etwas konkreter, als es der „Gummiparagraph" des Bundesausschusses tut. 

Der Artikel weist jedoch auf einen absehbaren Interessenkonflikt hin. Denn die erhöhten Zuzahlungen sollen den gesetzlichen Krankenkassen bei der politisch gewollten Beitragssenkung helfen. Darum, so fürchtet die Patienten-Zeitschrift, werden sie bestrebt sein, den Kreis der durch die so genannte „Chronikerregelung" finanziell entlasteten Versicherten möglichst zu begrenzen. Es ist demnach Aufgabe der Dermatologen und Rheumatologen, ihren Ermessensspielraum zu nutzen, damit nicht bei Menschen mit Schuppenflechte kurzsichtig gespart wird. Wenn im individuellen Fall die medizinisch zur Verhütung von Schlimmerem erforderlichen Medikamente, Heilmittel wie Krankengymnastik oder sonstige Maßnahmen unzumutbare Kosten verursachen, wirkt sich dieser psychische Stress auch nachteilig auf den körperlichen Zustand aus. Die verschlimmerten Hauterscheinungen oder Beschwerden schränken dann die Lebensqualität weiter ein. Nach wissenschaftlichen Studien sind die seelischen und sozialen Einbußen durch Psoriasis im Durchschnitt stärker als zum Beispiel bei Depressionen oder Krebs. Solche Belastungen lassen sich nicht über die Köpfe der Patienten hinweg beurteilen. Diese sollten deshalb als Partner der medizinischen und psychologischen Therapeuten ernst genommen werden. 

 

 

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