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Biologics auch zur Hautbehandlung zugelassen

 

Im September 2004 hat Enbrel® die europäische Zulassung für die Behandlung der Schuppenflechte erhalten. Sein Wirkstoff Etanercept verhindert als löslicher Rezeptor, dass der im Übermaß gebildete Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-a) an die vorgesehenen Empfangsmoleküle gekoppelt wird und damit Entzündungsprozesse anfeuern kann. Enbrel® ist bereits seit Dezember 2002 zur Therapie der als Arthritis psoriatica bezeichneten Gelenkentzündung zugelassen. Dieses Anwendungsgebiet wurde ebenfalls im September 2004 dem auf andere Weise TNF-a hemmenden Infliximab (Remicade®) zugebilligt. Schließlich ist seit Oktober 2004 auch in Deutschland einer der von lebenden Zellen gebildeten Wirkstoffe offiziell für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis hochgradiger Plaque-Psoriasis verfügbar. Unter dem Namen Raptiva® vertreibt das Unternehmen Serono den humanisierten Antikörper Efalizumab. Dabei wurden gentechnisch menschliche und tierische Eiweiße verknüpft. Das neue Medikament hat einen bisher nicht therapeutisch genutzten Angriffspunkt, erläutert der Bericht in PSO aktuell 3/2004, S.6-7. Es blockiert „ein Molekül, ohne das die T-Lymphozyten als Schlüsselzellen der Entzündungsreaktion bei Schuppenflechte nicht aus den Blutgefäßen in die Haut einwandern können. Zugleich verhindert die Bindung von Efalizumab an sein Gegenstück auf der Zelloberfläche, dass T-Lymphozyten überhaupt tätig und dann immer wieder in den fehlgeleiteten Abwehrkampf geschickt werden." 

 

Raptiva® spritzen sich die Patienten einmal wöchentlich selbst unter die Haut. Etwa die Hälfte der Behandelten zeigte in den klinischen Studien einen Rückgang des Psoriasis Area and Severity Index (PASI) für Ausdehnung und Schwere der Schuppenflechte um mindestens 50 Prozent. Eine 75-prozentige Abnahme fand man bei weniger als einem Drittel der Versuchsteilnehmer. Wenn sie auf die Therapie ansprachen, besserte sich die Haut schon nach den ersten zwei bis vier Injektionen. Dann klangen auch die als Nebenwirkung teilweise beobachteten Beschwerden wie bei einer Erkältung meist wieder ab. Der erreichte Zustand hielt allerdings ohne die wöchentliche Spritze nicht allzu lange an, und die Erscheinungen waren danach oft ausgeprägter als vorher. Bei fortgesetzter Behandlung erhöhte sich die Wirksamkeit dagegen eher noch. Die Pressemitteilung des Herstellers folgert aus den vorliegenden Daten, Efalizumab empfehle sich für einen „dauerhaften Einsatz." Ob die chronisch Hautkranken von einer langfristigen Erhaltungstherapie profitieren können, ist freilich nicht zuletzt eine Preisfrage, fürchtet PSO aktuell. Die Patienten-Zeitschrift diskutiert die Voraussetzungen, unter denen denen für Psoriasis  zugelassene Biologics wie Raptiva® und Enbrel® von Dermatologen verordnet werden können (siehe den Beitrag "Tabletten und Spritzen außerhalb des Budgets"). In Betracht komme dies gegenwärtig erst, wenn z. B. Fumarsäureester, Methotrexat, Ciclosporin oder PUVA-Bestrahlungen ungenügend bzw. wegen Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen nicht anzuwenden seien. Eine Reportage über das aufwändige Produktionsverfahren der biotechnischen Neuheiten im gleichen Heft der Patienten-Zeitschrift verdeutlicht, dass sie wohl selbst bei wachsender Konkurrenz kaum billiger werden.

 

 

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