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Schuppenflechte und weibliche Hormone

"Nach meiner Schwangerschaft, im Alter von 27 Jahren wurde meine Schuppenflechte viel schlimmer, heilte dann aber fast wieder ab. Jetzt bin ich 50 Jahre alt und habe die Befürchtung, dass es in den Wechseljahren wieder zu einer Verschlimmerung kommen kann, besonders für den Fall, dass ich Hormonpräparate bekomme. Weiß man etwas genaues über die Einwirkung von weiblichen Hormonen auf die Schuppenflechte?"

 

Prof. Dr. Augustin: "Die Wechselwirkung zwischen weiblichen Hormonen und Schuppenflechte ist nur in sehr wenigen Studien wissenschaftlich untersucht wurden. In einer Arbeit aus den USA konnte an hundert Patientinnen gezeigt werden, dass etwa drei Viertel der Frauen während der Schwangerschaft eine Veränderung ihrer Schuppenflechte erlebten. Glücklicherweise kam es bei der Mehrzahl von ihnen zu einer Verbesserung, nur in wenigen Fällen gab es eine deutliche Verschlechterung. Vergleichbare Zahlen für die Wechseljahre liegen in der Literatur nicht vor. Aus meiner klinischen Erfahrung kann ich bestätigen, dass gelegentlich auch Patientinnen während der Wechseljahre über deutliche Veränderungen ihrer Schuppenflechte berichten. Dies kann wiederum in beiderlei "Richtungen" sein - sowohl Besserungen wie auch Verschlechterungen oder sogar Erstauftreten einer Psoriasis kommen vor. Es ist daher schwierig, hieraus eine therapeutische Konsequenz zu ziehen. Insbesondere ist es bisher nicht gelungen, eine "Hormontherapie" der Schuppenflechte als wirksame Behandlungsmethode zu entwickeln. Besonders die Rolle des Östrogens scheint individuell sehr unterschiedlich zu sein. So konnte in einer Studie gezeigt werden, dass eine schwere Schuppenflechte mit Begleitarthritis besser wurde, als eine Anti-Östrogentherapie gemacht wurde, während in einer anderen Studie eine ähnliche Form der Schuppenflechte unter Gabe von Östrogenen ("Pille") besser wurde.

 

Mein Rat: lassen Sie sich hinsichtlich einer möglichen Hormonsubstitution in den Wechseljahren am Besten von einem Frauenarzt oder von einem Internisten beraten. Etwaige günstige Effekte dieser Behandlung auf den Knochenhaushalt und auf das gesamte Hormonsystem sollten bei der Entscheidung im Vordergrund stehen."

 

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