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Laser gegen Schuppenflechte

Zeitungen und Fernsehen bringen immer wieder Berichte über die Behandlung mit einem aus den USA kommenden Lasergerät. Sie soll Psoriasis-Herde schnell und schonend beseitigen. Was ist davon zu halten?

 

Bei dem von der nordamerikanischen Aufsichtsbehörde zugelassenen System (XTRAC) bildet sich in Xenonchloridgas ein Dimer. Die so genannte Verbindung zweier gleichartiger Moleküle ist angeregt (englisch: excited). „Daraus leitet sich die Bezeichnung Excimer ab für einen energiereichen Laser, der ultraviolettes Licht der Wellenlänge von 308 nm (=Nanometer, der millionste Teil eine Millimeters) erzeugt, also in dem für die Psoriasis-Therapie optimalen Bereich.“ Dieser gleichmäßig „gebündelte“ Strahl, so war das Verfahren in PSO aktuell (3/2001, Seite 11) erläutert worden, „kann nur auf die betroffene Stelle geleitet werden, ohne wie bei herkömmlicher UVB-Behandlung auch die umgebende Haut zu belasten.“ Die Patienten-Zeitschrift hatte schon in der Ausgabe 3/2000, Seite 8, über die ersten Experimente berichtet. Das Heft 2/2002 (Seite 7) zieht ein vorläufiges Fazit der immer mehr auch von deutschen Hautärzten angebotenen Therapie. Dafür gibt es inzwischen hierzulande mindestens vier Hersteller, deren Produkte sich aber hauptsächlich durch die Namen unterscheiden.

 

Wird die gesunde Haut mit bestrahlt, orientiert man sich an der minimalen Erythemdosis (MED), das heißt der UV-Menge, die dort gerade eine erste Rötung hervorruft. Sie nimmt in dem Maße zu, in dem sich die Hornschicht durch eine Verdickung („Lichtschwiele“) dagegen schützt. Das auf den erkrankte Bezirk konzentrierte Laserlicht kann dagegen von Anfang an höher dosiert werden, da dieser wegen der Schuppung und entzündlichen Schwellung mehr aushält als noch nicht an UV-Strahlen gewöhnte Haut. Je intensiver der „Beschuss“ ist, desto durchschlagender scheint der Erfolg zu sein. Nach den Erfahrungen der in PSO aktuell zitierten Anwender vertragen die Patienten auch erheblich über der Erythemschwelle liegende Dosen, bei denen sich in den Herden sogar Blasen bilden. Dabei könne es ein bisschen brennen, doch umso schneller würden die plattenartigen Hautveränderungen (Plaques) verschwinden.

 

Selbst überzeugte Befürworter des UV-Lasers müssen einräumen, dass die einzelnen Herde nicht zu ausgedehnt sein dürfen und die Methode nur sinnvoll ist, wenn insgesamt höchstens zehn Prozent des Körpers (entsprechend etwa zehn Handflächen) befallen sind. Bei einer derart begrenzten Psoriasis wird normalerweise keine Ganzkörperbestrahlung empfohlen. Das Argument, mit der neuen Technik seien Lichtschäden wie vorzeitige Hautalterung oder Tumoren weniger zu erwarten, beruht daher auf dem unzulässigen Vergleich von unterschiedlichen Ausgangssituationen. Für die sachgemäße UVB-Therapie weisen Langzeitstudien ein allenfalls geringfügig erhöhtes Krebsrisiko aus. Ob die Laser-Anwendung wirklich keine unerwünschten Folgen hat, wird man erst in 20 bis 30 Jahren wissen.

 

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten lediglich die Lichtbehandlung, unabhängig davon, wie die UV-Strahlen verabreicht werden. So erhalten die Hautärzte umgerechnet pro Sitzung etwa fünf Euro. Privat können sie dagegen nach den neuen Laserziffern bis zu 250 Euro abrechnen. Das leisten sich wohl nur Patienten, die einzelne Herde schnell loswerden wollen, weil sie genügend Geld und wenig Zeit haben. Von Dauer ist der auf diese Weise vielleicht beschleunigt erreichte Zustand freilich so wenig wie bei allen bisherigen Methoden.

 

Die Ausgabe von PSO aktuell (4/2002, Seite 12 und 35) berichtet über die in den USA und Deutschland veröffentlichten Ergebnisse der Behandlung mit Excimer-Lasern, für die hierzulande außer dem nordamerikanischen Modell inzwischen noch drei andere Geräte verfügbar sind. Dazu gibt es erstmals eine nach Postleitzahlen geordnete Übersicht, wo das Verfahren bereits angeboten wird. Die Adressenlisten umfasst bisher (Stand: November 2003) 20 Praxen und Kliniken sowie vier Hersteller bzw. Vertreiber, bei denen man sich nach künftigen Therapiemöglichkeiten erkundigen kann.

 

Einige deutsche Dermatologen wenden inzwischen auch einen gepulster Farbstofflaser der Firma Candela an.  Er ist in den USA zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen  und arbeitet mit sichtbarem Licht der Wellenlänge von 585 nm. Da dies in hohem Maße vom roten Blutfarbstoff aufgenommen wird, lassen sich die stark verdickten Gefäße in der Lederhaut unmittelbar unter den Psoriasis-Herden zerstören. So schneidet man die Plaques gleichsam vom Blutzufluss ab und unterbricht den Nachschub von Entzündungszellen. Die damit erzielten Erfolge können mitunter sehr lange anhalten. Ein Versuch lohnt sich „bei sehr hartnäckigen Herden“, zitiert PSO aktuell1/2003, S. 7, Dr. Klaus Fritz, Hautarzt im pfälzischen Landau. Die ebenfalls privat abgerechneten Kosten sind ähnlich wie beim Excimer-Laser.

 

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