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Impfung gegen Schuppenflechte?

Mehrere Zeitungen meldeten: "Heilung in Sicht". Ist es wirklich denkbar, dass man Psoriasis künftig vorbeugen kann wie einer Infektionskrankheit? Oder steckt da wieder einmal eine Firma dahinter, die ihren Börsenkurs auf diese Art in die Höhe treiben will?

 

Eine Schutzimpfung, wie sie vor über 200 Jahren zum ersten Mal gegen Pocken erprobt wurde, fordert den Organismus mit abgeschwächten Erregern zu Abwehrreaktionen heraus. Dadurch wird er unempfänglich für eine spätere Infektion, ohne dass erst die "richtige" Erkrankung eine solche Immunität hinterlässt. Bei Schuppenflechte gibt es keine stets ursächlich beteiligten Viren oder Bakterien, die man im Labor für diese Zwecke "zähmen" könnte.

 

So hat man den Medienberichten zufolge in Indien eine nach dem Vorbild der Kuhpockenimpfung aus abgetöteten Mykobakterien hergestellte Vakzine getestet. Der verwendete Stamm gehörte zur gleichen Gattung wie die Erreger von Tuberkulose und Lepra. Der "Aussatz" ließ sich damit nicht bekämpfen. Als "Nebenwirkung" besserte sich aber bei einem Patienten schwere Schuppenflechte. Die daraufhin biotechnisch veränderten Bakterien sollen nun die Symptome bei der Hälfte der (allerdings nur 24) Studienteilnehmer deutlich gebessert und in einem Viertel der Fälle zum Verschwinden gebracht haben. Das erklären die Wissenschaftler damit, dass "auf irgendeine Weise" irrtümlich die Haut angreifende Immunzellen ausgeschaltet werden.

 

Die "Impfung" reiht sich ein in die zahlreichen Versuche, fehlgeleitete Antworten des körpereigenen Abwehrsystems in Ordnung zu bringen. Darin sehen nämlich die Forscher heute den entscheidenden Grund für die Entstehung der Schuppenflechte: Fälschlich alarmierte Blutzellen, so genannte T-Lymphozyten, lösen demnach eine Entzündung aus, die zur überstürzten Vermehrung der Oberhautzellen führt, wobei sich beides wechselseitig in Gang hält. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, wird an den verschiedensten Stellen in das "Netzwerk" von Zellen und ihren Botenstoffen eingegriffen. Zumindest kurzfristig scheint dies meist die gewünschte Wirkung zu haben. Doch behebt die "Immunmodulation" wirklich so gezielt, wie es der Modebegriff (lat. modulari = rhythmisch abmessen) nahe legt, die vermutete Störung? Oder nimmt man noch nicht absehbare Folgen in Kauf? Möglichkeiten und Grenzen des derzeit vorherrschenden Forschungstrends untersucht ein Hintergrundbericht in PSO aktuell 1/2001.

 

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